Zwischen Kneipe, Club und Klagebrief – wie Nachtleben in Dortmund (nicht) funktioniert

Shownotes

Was braucht Dortmund, um nachts endlich wieder zu leuchten? Mit den Gastro-Größen Philipp Winterkamp und Adrian Busch sprechen Martin und Yannick über das, was geht – und das, was eben nicht geht: Bürokratie, Anwohnerproteste, fehlende Flächen und die Frage, warum selbst gute Ideen am Ende oft scheitern. Eine Folge zwischen Barkultur, Clubsterben und großen Visionen für ein echtes Ausgehviertel.

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00:00:06: Dortmund fragt,

00:00:07: der Krämer antwortet.

00:00:08: Der Podcast von und mit

00:00:10: Martin

00:00:11: Krämer.

00:00:16: Und damit ein fröhliches Hallo Dortmund in die Runde.

00:00:19: Herzlich willkommen zur neuen Folge von Dortmund fragt, der Krämer antwortet.

00:00:23: Der Podcast von und mit Martin Krämer.

00:00:27: Ein Martin, parteiloser OB-Kandidat für Dortmund, sagen wir noch mal dazu.

00:00:33: Martin, wir sprechen heute über einen Aspekt, der maßgeblich zum ... Wohlfühlfaktor einer Stadt beiträgt, nämlich das Nachtleben bzw.

00:00:43: die Ausgehkultur im Allgemeinen.

00:00:45: Und dazu haben wir uns zwei, ich sag mal, Event-Experten angeholt, zwei Gastro-Größen, dritte Alliteration fällt mir gerade nicht ein.

00:00:55: Philipp Winterkamp, Adrian Busch.

00:00:57: Schön, dass ihr hier seid bzw.

00:00:59: dass wir hier sein dürfen.

00:01:00: Sehr gerne.

00:01:01: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:02: Ich würde mal euch bitten vorab, Ein bisschen zu erzählen, wo überall ihr Innen- und Umdorbungs- so eure Finger im Spiel habt, was saß und sonstige Lokalitäten angeht.

00:01:13: Adrian, vielleicht fangen wir mit dir an, denn wir sind da bei dir zu

00:01:15: Gast.

00:01:18: Ich betreibe ihr mit drei anderen Leuten zusammen das Restaurant Sachte in Dortmunder Kreuzwirte.

00:01:23: Wir sind ein reines Speise-Restaurant, fünfmal die Woche ab siebzehn Uhr geöffnet.

00:01:27: Kein Mittagstisch, sondern reiner Dinner-Service-Restaurant im allerklassischsten Sinne.

00:01:31: Mit

00:01:31: einem Hang zur Cocktail-Liebe.

00:01:34: Ja, das begleitet mich schon lange, ganz genau.

00:01:36: Also ich selber war quasi mein Leben lang, seit ich arbeite eigentlich Barkeeper und da steigert man sich mit der Zeit natürlich auch ein bisschen rein.

00:01:43: Und diese Cocktail-Geschichte haben wir immer versucht, irgendwie noch mit zu integrieren in das Format.

00:01:47: Hier ist es natürlich eher so operativ, digestiv, fokussiert.

00:01:50: dabei.

00:01:51: im Großen und Ganzen, versuchen wir hier dieses Cocktail-Thema irgendwie auch ein bisschen.

00:01:54: mit anzubieten.

00:01:55: Aber du bist ja auch vorher schon gastronomisch viel rumgekommen in Dortmund und auch in der Nachtszenen ein bisschen rumgekommen.

00:02:01: Also hast du schon durchaus einen sehr guten Blick auf das, was hier so ist.

00:02:05: Ja

00:02:05: zumindest von hinter der Theke, ja.

00:02:07: Ja, na klar.

00:02:08: Genauso wie unser zweiter Gast, Philipp.

00:02:11: Du bist Geschäftsführer der MUTO Heimat Gastronomie.

00:02:16: Das ist korrekt.

00:02:17: Und betreibst

00:02:18: du?

00:02:18: Momentan den Schlips in der Rückstraße und den Kaiserschlips in der Kaiserstraße.

00:02:24: Seit einem Jahr jetzt und seit dem Jahr die Bar-Balke am Polizeipräsidium.

00:02:30: Und seit dem Jahr den Freischuss in Schwerte, wobei wir bis zum Corona-Wesen in den Westfalenpark getrieben haben.

00:02:40: Die Ursprünge dahin gehen eigentlich, oder zu der gastronomischen Laufbahn gehen, ist ja im Jahr Zwei-Tausend-Fünf zurück, wo wir auf dem Kaufhof-Parktick mit dem Sky Beach eine Strandbauer über den Dächern von Dortmund gemacht haben.

00:02:50: Mein Partner, Adrian Möller, ist gelernter Bauingenieur, ich, Benka.

00:02:53: Wir waren beide Profi-Gäste und haben dann gedacht, das können wir alles besser.

00:03:01: Also tatsächlich keine gelernten Gastronomen und ich habe auch ganz, ganz lange damit gehadert, mich selbst als Gastronom zu beschimpfen.

00:03:10: Sorry für die Handel-Ration.

00:03:11: Ah, das ist okay.

00:03:13: Mittlerweile sehe ich mich tatsächlich auch so.

00:03:15: Aber wenn ich in den letzten Jahren zu aller Karte zugestoßen bin, hatte ich immer ein großes Problem, mich mit den alten Hau-Degen, mit Heinz-Oberkamp und Hans-Georg-Riepo in eine Linie zu stellen und sage, ich bin jetzt Gastronom.

00:03:27: Zumal die meisten weil mir noch eine Kochjacke anhatten.

00:03:29: und ich sage, wenn ich eine Kochjacke anziehe, lasse mir ja nach Verkleidung aus nach allem andern.

00:03:34: Aber in der Tat sind wir über die Zeit eher von der Event-Gastronomie und Nachtgastronomie.

00:03:39: Dazwischen war noch der Escort-Club, das war im Dortmund an Norden, in einem Laufhaus, wo wir vier Partys im Jahr veranstaltet haben, was sehr großen Anklang gefunden hat bei vor allen Dingen den weiblichen Gästen.

00:03:50: Das Bosch Mobby als Club auf Zeit, oben an AB-Eins.

00:03:53: Und den Klubraum-IV-Besfalen-Stadion, also sehr viel Partys auch gemacht und in langer Zeit ist der die Blutzeilen betrieben und uns dann langsam aber sicher dem Alter entsprechend der seriösen Gastronomie zugewandt.

00:04:06: Ich glaube, es gibt viele Leute, die dem Blutzeilen als seriösem Ort hinterher trauern.

00:04:12: Ja, das höre ich auch immer wieder.

00:04:14: Und es war auch verdammt schöne Zeit und wir hätten das auch gerne weitergemacht.

00:04:18: Aber das war durchaus auch eine schwierige Situation, eine schwierige Lage, auch eine Gemengelager mit Stadtverwaltung, Parkverwaltung und die Notwendigkeiten auch eines agilen Nachtlebens.

00:04:31: Das war eine Herausforderung.

00:04:34: Genau, die Herausforderungen und Probleme, da kommen wir gleich nochmal drauf zu sprechen.

00:04:38: Martin, wie wichtig ist ein... florierendes Nachtleben für den Charakter einer Stadt wie Dortmund.

00:04:46: Nicht nur für die Dortmund, sondern natürlich auch für die Leute von den Haushalten.

00:04:49: Also das ist für mich eine der wesentlichen Grundlagen, dass genauso wichtig wie Kulturbetriebe und andere Möglichkeiten, die eine Stadt bieten muss, gehört natürlich auch eine gute gastronomische und ausgehehlandschaft dazu, zu allen Tageszeiten und auch zu alle Altersklassen.

00:05:05: Und da, finde ich, hatten wir in Dortmund ja mal Zeiten, den sollen wir nicht hinterher trauern, weil sich Zeiten auch ändern.

00:05:11: Das ist ganz klar.

00:05:12: Und neue Konzepte, neue Ideen entstehen müssen und sich die gewandeln.

00:05:15: Da war ich ja immer noch mal an das berühmte Ostbassviertel, wo wir ja beispielsweise unsere Jugend viel verbracht

00:05:21: haben.

00:05:21: Ja,

00:05:22: das waren tolle Zeiten.

00:05:23: Da traf man sich stand in mehreren Reihen auf der Straße, dranken Stößchen, war immer Mittwochs.

00:05:28: Und Samstags, Freitags war da immer richtig, was los, konnte es hingehen, hat es jeden getroffen.

00:05:34: Das ist dann irgendwann über Anwohner beschwerden etc.

00:05:36: aus der Ecke rausgedrängt worden.

00:05:39: So was haben wir in der Art, also ich wüsste nicht wohin da haben und wir haben viele tolle Gastronomien und Betriebe, muss man sagen.

00:05:45: Und ich finde auch, dass in den letzten Jahren viele neue Dinge, neue Ideen, neue Konzepte entstanden sind.

00:05:51: Und ich gehe ja auch total gerne zu Ariane und sagte, wasch aber wie gesagt auch ein Speiserestaurant ist.

00:05:56: Aber wenn ich so in diese Jüngere Klasse gucke, da fehlt finde ich in Dortmund manchmal was, wo man sicher und gut hingehen kann.

00:06:04: Aber insgesamt hat Dortmund ja und dann müssen wir uns jetzt vormachen noch ein großes Image-Problem.

00:06:09: Und so ein Image-Problem, also in der Wahrnehmung auch außerhalb der Stadt bei Menschen, die

00:06:13: kommen,

00:06:14: sondern München gehört auch eine gute Gastronomie und auch die Nebenbereiche wie Bars und Nachtklubs, logischerweise.

00:06:22: Und da müssen wir viel tun.

00:06:23: Adrian, du bist ja auch... Ein bisschen rumgekommen in deinem Leben, welches Zeugnis würdest du dem Dortmunder Nachtleben ausstellen im Vergleich zu anderen großen Städten?

00:06:33: Gibt es vielleicht auch was, was Dortmund vielleicht einzigartig macht?

00:06:37: Vielleicht so eine sechs von zehn oder so, ich finde die Vielfältigkeit fehlt hier massiv.

00:06:41: Also es ist alles irgendwie wie aus einem Guss zu finden, dass mehr oder weniger dasselbe Objekt, also nicht sechs Mal in der Stadt, aber dafür andere Objekte, die man aus großen Städten kennt, die auf viel spezialisierter sind auf irgendwelche... Selbst am Nischenbereich oder so, was gibt es hier sehr, sehr wenig.

00:06:56: Gerade im Cocktailbereich, also gute zeitgemäße Cocktails.

00:07:01: Ich glaube, da haben wir in der Stadt vielleicht im Moment so vier, fünf, sechs Orte, wo man die bekommt.

00:07:06: Und das ist einfach sehr, sehr wenig für eine so große Stadt.

00:07:09: Und was wir ja auch nicht haben, ist so ein... Bermudadreak, also dass wir so eine richtige Meile haben, wo man das alles an den Orten findet, sondern es ist sehr zerstreut.

00:07:19: Ja, da wird sich sowas natürlich auch super gut eingliedern in meinen Augen.

00:07:23: Natürlich die Sachen, die mit mehr Aufland ein bisschen hochwertiger gemacht sind, sind da vielleicht auch ein bisschen teurer im Verkauf.

00:07:28: Ist vielleicht auch ein bisschen schwierig, das jetzt, wie soll ich sagen, als einziges Standbein auf die Kette zu kriegen, irgendwie von den bis mal Deluxe Cocktails zu leben.

00:07:35: Aber wenn das jetzt zum Rahmen von einem Ausgefiertel ist, dann kann man sich zum Beispiel vorstellen, dass wenn wir heute Abend noch losziehen, dass wir eben sagen, komm, ein, zwei Getränke in dieser hochkarätigen Bau und danach gehen wir in den Kneipe und trinken uns ein paar Pilz.

00:07:45: Also wenn diese Barbara woanders ist, dann einen komplett anderen Ort, dann muss man da extra hinfahren und dann will man da verweilen.

00:08:00: Hemd und ich finde, da muss man einfach auch offener sein und einladender sein.

00:08:06: Das sind Punkte, vor allen Dingen, wenn man so dezentral organisiert ist wie unsere Gastronomie-Landschaft, weil ich würde noch nicht mehr sagen, wie ich so ein bisschen widerspreche.

00:08:14: Wir sind schon sehr diversifiziert in der Gastronomie, aber es ist halt komplett über das Stadtgebiet verteilt.

00:08:20: Und wenn man einen Anlaufpunkt hätte, dann wäre das tatsächlich einfacher.

00:08:23: Also ich kenne das aus meiner unternehmerischen Vergangenheit auch.

00:08:25: Wir hatten immer irgendwie Lagen, die vielleicht eins B, eins C waren.

00:08:30: Und haben immer gesagt, eigentlich hätten wir jetzt total gerne, wenn hier noch fünf weitere sind.

00:08:34: Also gerade im Westfalenpark wurde immer gesagt, ist doch super, ihr seid ja die Einzigen hier.

00:08:39: Ist so, nee, das genau das ist bescheiden, weil ich möchte gerne... Dieser dummes Satz-Konkurrenz belebt das Geschäft, der hat so viel Wahres.

00:08:49: Ich möchte verschiedene Attraktivitätspunkte an einem überschaubaren Ort ganz gerne haben.

00:08:54: Du hast eben das Oswald-Viertel angesprochen, das habe ich tatsächlich so in den Ausläufen mitbekommen.

00:08:59: Das Tiergelände war halt auch ein Paradebeispiel, weil es auch verschiedene Betreiber dann innerhalb dieses Geländes hatte, die zusammen eine Gesamtattraktivität erzeugt haben.

00:09:08: Und dann ist die Verkehrsanbindung was Parkplatz-Situationen schon gar nicht mehr so entscheiden, weil man ja nicht immer von A nach B fahren muss, unbedingt.

00:09:18: Dass wir in den Innenstädten insgesamt Parkplatznöte haben, ist glaube ich kein Geheimnis.

00:09:23: Das haben wir mit Düsseldorf, Berlin, Hamburg.

00:09:27: Letztes ist anderthalb Stunden nach dem Parkplatz in Hamburg am Hafen gesucht und bin dann entwerft weiter gefahren.

00:09:34: Aber wo du das eben ansprachst an einem Ort konzentriert?

00:09:36: Also ich hab das in Den Haag erlebt.

00:09:39: Da gibt es hinter dem niederländischen Parlament einen Platz, der ist Plan.

00:09:43: Und in einem großen L angesiedelt ganz viele verschiedene Gastronomiebetriebe, die

00:09:50: vom Barcharakter

00:09:52: bis zum Restaurationsbetrieb alles haben.

00:09:55: Und manche, die auch eben so eine Hybridfunktion haben, wo man sagt, da ist bis Zweiundzwanzig, Zweiundzwanzig und Reißig, ist das Speisegastronomie.

00:10:03: Und dann bauen die in Windeseile das um und dann wird das zum Club.

00:10:06: Und der große Platz, also das ist so eine Größe wie bei uns der alte Markt in Dortmund zum Beispiel, der gesamte Platz, ist mit großen Sonnenschirmen und auch Haltstrahlern versehen und das wird das ganzjährig benutzt und nicht nur von Jugend, sondern über Alle in Deck.

00:10:25: Und das ist ein richtiges, lebhaftes, Wohlfühl, Ausgeg, Quartier, Viertel, was ich ganz toll finde, weil sich das einfach auch so mit der Tageszeit und dem Nachfragen der unterschiedlichen Angebote wandelt.

00:10:37: Und das ist einfach so ein Magnet.

00:10:38: Und da ist eine tolle Stimmung friedlich, schön toll.

00:10:41: Ich finde das super.

00:10:43: würde ich mir für Dortmund wünschen.

00:10:44: Was

00:10:45: müsste denn passieren, um so was hier umzusetzen?

00:10:47: Ich meine, es gibt da durchaus auch Gegende.

00:10:48: Wir sind jetzt hier im Kurzviertel in der Schillingstraße.

00:10:51: Hier gibt es da durchaus viele Gastronomien, aber man kann natürlich jetzt nicht einfach hingehen und sagen, okay, ab zwanzig Uhr.

00:10:59: Das ist natürlich gerade mit den Gastronomiebetrieben, die in Wohnvierteln sind, ist das schwierig.

00:11:04: Da ist ja selbst schon die Probleme, wenn dann Leute vor die Tür gehen, die gehen zum Rauchen vor die Tür oder wenn man eine kleine, gestoßene Gesellschaft ist, die feiert mit Musik, das kriegt sie in den Wohnvierteln gar nicht richtig durch, kann es kaum machen, vor allem nicht neu etablieren.

00:11:19: Das heißt, du musst schon irgendwo eine Fläche finden, wo du sagst, da ist wenig Wohnen oder gar kein Wohnen idealerweise.

00:11:27: Und dann hat man das zweite Thema, was man haben muss.

00:11:30: Man muss natürlich die Eigentümer der Immobilien, das ist auch noch ein Thema, das muss passen.

00:11:34: Die Investitionen, die Mieten, die zu zahlen sind von der Gastronomie muss passen.

00:11:38: Und dann muss noch als Rittes natürlich auch die Stadt, was die Genehmigungen, die Betriebserlauben hier sind und allem, was dazugehört, ermöglicht.

00:11:45: Aber du brauchst auch zwingen, die irgendwo so aus dem Gastronomie pausen wir heute.

00:11:48: Und sonst kommen die Leute auch nicht.

00:11:50: Das war ein Jahrzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehnt.

00:11:55: ältere Nachbarin telefoniert, die wohnte, irgendwie so, dauernd fünfzig Meter Luftlinie.

00:12:01: Und sie sagt immer so, Herr Wintergamm, das geht so nicht.

00:12:03: Wir sind hier in der Innenstadt.

00:12:04: Und ich sage immer, ja, genau, wir sind hier in der Innenstadt und nicht in der Lüneburger Heide.

00:12:09: Und da muss ich dazu sagen, dass das Standdeck hatte unter der Woche bis zu einundzwanzig Uhr, dann haben wir das Einwohner geöffnet mit einer Beschallung.

00:12:16: Ja, aber keine Party, kein Rafe oder so, oder?

00:12:19: Also das war human, würde ich behaupten.

00:12:22: Aber letztendlich, da kann die Politik helfen und für Verständnis auch sorgen, aber letztendlich bin ich auch der Meinung, es gibt ein gesellschaftliches Problem, weil alle wollen gerne die Innenstadt haben, die lebendige Innenstadt und die florierende Innenstadt, aber keiner möchte in irgendeiner Art und Weise in Sanger im gesetzlich zuständigen Nachtruhe gestört werden.

00:12:43: Und wenn wir dann, schuldigung.

00:12:45: Wenn wir uns dann überlegen, dass eine Dauer auf dem Dach im Zweifelsfall lauter ist als die Lärmschutzgrenze ab zwanzig Uhr, dann wird es halt schwierig.

00:12:53: Wir hatten das Thema im anderen Podcast mit den Bolzplätzen.

00:12:56: Und die Leute wollen alle, dass sich die Kinder bewegen.

00:12:58: Aber wehe, die machen das direkt neben meinem Haus.

00:13:00: Kurzer

00:13:00: Einwand von meiner Seite, wenn ich darf.

00:13:02: Ich wohne selbst hier um die Ecke, also auch im Kreuzahlernviertel.

00:13:06: Und ich wohne in der ersten Etage über einem Restaurant.

00:13:09: Das ist auch noch ein Schnitzel-Restaurant.

00:13:12: Die klopft in ihre Schnitzel von Hand, was ja kulinarisch irgendwie ein bisschen herber ist.

00:13:14: Aber als Nachbar ist es vielleicht nicht unbedingt das schönste Geräusch.

00:13:17: In meinem Mietvertrag steht drin, dass ich mir darüber im Klaren bin, dass diese Gaststätte existiert und dass ich vor Unterschrift... und komplett darüber unterrichtet wurde, dass das eben gewissen Lärm verursacht und ich nicht gewillt bin, mich darüber zu beschweren in Zukunft.

00:13:29: Das ist ja auch kein Freifahrtsschein, das ist jetzt nicht so, dass der weiß, ich was morgens um eins anfängt, weil er gerade wütend ist oder sowas.

00:13:35: Aber es nervt natürlich, trotzdem bin ich mir komplett darüber im Klaren, wo ich hier eingezogen bin.

00:13:39: Die Gaststätte war lange da, bevor ich eingezogen bin.

00:13:42: Das ist ein Ferradil in meinen Augen.

00:13:44: Wäre

00:13:44: das eine Möglichkeit tatsächlich, wo die Kommune vielleicht reinwirken kann?

00:13:47: So ein bisschen Puffern zwischen Betreiber und Anwohner?

00:13:50: Ich sag mal, du musst ja unterscheiden, was die Kommune machen kann und dem, was Rechtsprechung

00:13:56: ist.

00:13:57: Land ist rechts, teilweise Bundesrecht,

00:14:00: Mission ist rechts.

00:14:00: Da ist wieder die ganz lange Schiene, aber zumindest kann die Kommune mal und sollte auch dafür sagen, dass man so ausgedehnt wie möglich es macht, also in dem Ermesselspielraum einer Kommune soweit.

00:14:13: in Richtung Gastronomie und Veranstaltung gehen, wie sie kann und nicht vielleicht so weit zurück rudern, wie die Wilde oder von anderen gedrängt wird.

00:14:22: Das ist ein Thema, was Philipp angesprochen hat, dieses gesellschaftliche Problem, das wir auch noch haben.

00:14:28: Das ist eine Kommune natürlich auch, kann wohl schwerlich reagieren, was aber eine Kommune machen kann.

00:14:35: ist, sie kann natürlich schon, und wir leben ja gerade, dass die Kommune wie Wildbürogebäude kauft, um die Stadtverwaltung darin unterzubringen.

00:14:42: Das will ich jetzt gar nicht bewerten, ob das richtig oder falsch ist.

00:14:46: Genauso könnte aber auch eine Kommune, das haben sie auch mal versucht, vor vielen Jahren, wenn wir jetzt sagen, so ein Brückstraßenviertel zum

00:14:52: Beispiel.

00:14:53: Ganz schwierig, dass so ganz viele unterschiedliche Eigentümer, und wenn die nicht verkaufen wollen, dann verkaufen die nicht.

00:14:59: Aber meine Erfahrung, auch in meinem beruflichen Leben bisher ist, Wenn man Dinge vernünftig verhandelt und macht, dann findet man auch Lösungen,

00:15:11: um

00:15:12: mit den Anreinern zusammen sowas zu machen, weil sie ja auch davon profitieren können, auf Dauer und auch ihre Objekte.

00:15:18: Also das ist teilweise auch eine Frage, habe ich dieses Ziel und will ich das wirklich angehen und will ich das verfolgen.

00:15:25: Da haben wir schon Gebiete in der Dortmunder Innenstadt, die sich dafür anbieten würden, wo eine Kommune auch sowas machen könnte.

00:15:33: Und das sind Themen, die kann man besprechen und die kann man planen.

00:15:36: Der Martin wirbt ja mit dem Slogan Alter Verwalter, endlich ein Gestalter.

00:15:41: Also ihr habt jetzt die Chance, dem vielleicht nächsten OB ein paar Wünsche zu platzieren.

00:15:45: Ich denke mal, ihr seid in eurer Laufbahn auch auf zahlreiche Hürden logistischer, bürokratischer Natur gestoßen.

00:15:51: Was ist da der größte Paying?

00:15:53: definitiv ist es so, dass man immer irgendwie als der Verwaltung gegenüber, als Antragsteller und Bitsteller gegenüber steht und immer das Gefühl hat, man macht irgendwie was falsch gerade.

00:16:02: Wenn wir da auch in der kommunalen Verwaltung ein bisschen mehr Dienstleistungsgedanken reinbringen können, ohne ich, das meine ich jetzt noch nicht mal so vorwuchsvoll, aber der Unternehmer und einer Nachtunternehmer, und das müssen wir jetzt auch mal ehrlich sein, wir bilden zwar das ganze Wirtschaftsleben eines großen Unternehmens am Ende des Tages auch ab mit allen seinen Einzelheiten und seinen Spezialitäten.

00:16:26: Wir können das aber gar nicht wie ein großes Unternehmen händeln.

00:16:29: Wir haben nicht die Fachleute dafür.

00:16:31: Wir müssen das alles im Prinzip selber machen.

00:16:34: Letztens habe ich was von Lotzen gehört und Verwaltungslotsen, der einem Hilfestellung gibt und erst mal sagt, was nicht geht.

00:16:43: Wenn wir was machen wollen, dann wird eigentlich immer erst gesagt, das geht nicht, das geht nicht, das geht nicht.

00:16:48: Und selten, pass mal auf, mach so, dann funktioniert das.

00:16:53: Das geht hin bis zu, wenn die Lebensüberwachung kommt und sich die Küche anguckt und sagt, der Bodenbär ist aber zu rau.

00:17:01: Weil den kann man nicht richtig sauer machen, das funktioniert so nicht.

00:17:05: Und ein Tag später kommt die BGN und sagt, der Boden ist ja etwas so rutschig, das ist zu gefährlich.

00:17:08: Da kann sich der Mitarbeiter ja auf den Bart legen, dann steht man da und denkt so, ja okay.

00:17:13: Aber was ist denn jetzt gerade wichtiger?

00:17:15: Also, ne?

00:17:17: Da sind dann ganz viele Sachen, wo man dann auch wirklich alleine gelassen wird.

00:17:23: Am Ende des Tages trägt der Unternehmer das Risiko, sowohl wenn der Mitarbeiter auf dem Markt fällt, als auch wenn die Hygiene nicht stimmt.

00:17:33: Wir haben alle ein Interesse daran, dass unsere Gäste glücklich nach Hause gehen und es am nächsten Tag auch noch gut geht und dass unsere Mitarbeiter aber auch ... Morgens wieder kommen.

00:17:48: muss eine Verwaltung mehr als Dienstleister im Kunden sein.

00:18:05: Wenn der Gastronom oder irgendein anderer Betrieb oder ein Bürger kommt, der einen Anliegen hat, dann muss eigentlich nicht gesagt werden, Problem, Problem, Problem, Problem, sondern das können wir so und so lösen.

00:18:14: Das ist... Und das muss dann auch verlässlich gelöst sein.

00:18:18: Adrien, hast du ähnliche Erfahrungen gemacht?

00:18:20: Ja,

00:18:20: absolut.

00:18:20: Bei mir ist es dann noch nicht so lange her, dass ich mich gegründet habe.

00:18:23: Es ist ein bisschen Kafkaesque, finde ich, dieser ganze Prozess.

00:18:25: Also man weiß von vornherein schon, bringt eine gewisse Demut mit, weil man ungefähr eine Tonne angesetzt hat, auf die man aufpassen muss.

00:18:30: Und die sind ja zum Teil auch wirklich, wie soll ich sagen, reilige davon sind ja schon relativ gravieren, wenn es dann irgendwie um Lebensmittel überwachen geht.

00:18:37: Also man hat ja schon auch eine gewisse Verantwortung.

00:18:39: Ja, wie gesagt, einerseits weiß man ganz genau, welches Gewicht auf deinen Schultern liegt, also eine Tonne an Gesetzen, die man halt einfach beherrschen muss, andererseits ist es extrem schwierig rauszufinden, welche das sind, wo die stehen und was man dafür tun muss.

00:18:49: Ja, dann schließe ich mir auch mit einem Kollegen Winterkamm einfach an.

00:18:52: Das wäre einfach total hilfreich.

00:18:54: Und ich denke, in meinen Augen ist es sinnvoll, weil es die Gründerkultur ja auch irgendwie so ein bisschen unterstützen würde, wenn all das irgendwie ein bisschen leichter gemacht würde.

00:19:01: einfach mal von Seiten der Stadt weiß ich was, ob das jetzt ordnungsamt ist, ob das die Sondernutzungscenter sind, ob das die Lebensmittelüberwachung ist, die BG mit der Arbeitssicherheit und so weiter, dass man ja jeweils so eine Art, nenn das mal Coaches oder so, was hätte.

00:19:13: Demfalls sagen, da komm ich, schau mir das mal an in deinem Laden, ganz unverbindlich und wir trinken Kaffee zusammen.

00:19:17: Dann gucken wir, was man hier verbessern kann.

00:19:19: Das ist nämlich auch immer direkt das nächste.

00:19:20: Sobald jemand von offizieller Stelle kommt, haben wir direkt, ja wie soll ich sagen,

00:19:25: als allererstes

00:19:25: kriegst du erst mal Angst.

00:19:27: Wir geben uns wirklich allergrößte Mühe, alles in der Richtung zu machen, nur häufig weiß man einfach überhaupt nicht, was das ist.

00:19:32: Im Anschluss dann eben diese Lösungsorientierte.

00:19:35: Also zuletzt hatte ich in einem Laden hier um die Ecke gearbeitet und dann hat mir am Ende auch im Sommer Schwierigkeit mit der Lärmbelästigung.

00:19:41: Und es ging am Ende um eine einzige Nachbarin, die hat, glaube ich, fünf Häuser weitergewohnt und die war auch ehrlich gesagt nicht mehr ganz bei Sinn.

00:19:46: Also die hat tatsächlich sehr, sehr absurde Geschichten immer von sich gegeben.

00:19:49: Die muss sich dann so lange beschwert haben, bis das Ordnungsamt entschieden hat, da muss eine Lärmschutzdecke eingebaut werden.

00:19:54: auf völlig absurdes, weil der Lärm kam ja von draußen, vom Straßencafé und nicht von drin.

00:19:57: Und diese Lärmschutzdecke wiederum war einfach nur eine Riegibsschicht, eine zehn Zentimeter Abstand oder was, also da gibt es noch nicht mehr eine akustische Dennwirkung oder so.

00:20:04: Nein, der damalige Betreiber musste den ganzen Mist dann irgendwie aus eigener Kasse bezahlen.

00:20:09: Mindestens eine Sommersaison war da hin und am Ende war die Emission sowieso dieselbe, nur dass wir halt irgendwie dann... bei vier Monaten, glaube ich, wirklich eiskalt um zehn vor zehn jeden Beleg ziehen mussten, weil in den jeweiligen Gebieten eben geregelt war, dass Gastro da theoretisch nur bis zehn erlaubt ist und so weiter und so weiter und so weiter.

00:20:26: Mir ist eben so eine Story auch eingefahren, das Sollendo früher im Hafen, das war ja direkt gegenüber, ist diese Walzfabrik oder was die da auf jeden Fall haben, die da vierundzwanzig Stunden betrieb und da knallt aus drei Meter Höhe so eine Stahlrolle auf dem Boden, das wirklich das ganze Hafenbecken vibriert.

00:20:43: Das Sollendo wird aber mit Lärmschutzbeschwerden überzogen, weil es einfach eine Nutzung war, die da nicht vorgesehen war.

00:20:50: Industriennutzung, okay, dafür haben wir den Grenzwert, gastronomische Nutzung, dafür haben wir den Grenzwert.

00:20:55: Dann wird man frustriert.

00:20:57: Und ich habe das so ein bisschen, das Gefühl, es kommen immer weniger Gründer, auch gerade bei uns.

00:21:02: Es gibt ganz viele kreative junge Leute, die gerne was machen würden, die haben aber können den Zugang nicht schaffen.

00:21:07: Und ich habe eingangs gesagt, ich bin gelernter Banker und mein bares Bauingenieur.

00:21:12: Wenn dem nicht so gewesen wäre, hätten wir das, glaube ich, nicht oben auf dem Kaufhofpark der Kind bekommen mit Nutzungsende hoch und so weiter und so fort.

00:21:18: Es hat man dann noch den Glück, dass wir eben Familienumkreisen, Brandschusssachverständigen, Bausachverständigen hatten, die das alles mit begleiten konnten und dann auch mehr oder weniger den finanzierenden Instituten und auch den genehmigen Behörden so ein bisschen sagen konnten.

00:21:34: Das läuft hier alles, ne?

00:21:35: Das sind jetzt keine Verrückten.

00:21:37: Und das kann es aber nicht sein, dass man tatsächlich auf sowas angewiesen ist, dass man irgendwie irgendwo Kontakt hat, weil präventiv können wir sowieso nicht alles vermeiden.

00:21:44: Du hast eben Konzerte aus angesprochen.

00:21:46: für den, in der Brückstraße, Nachbar vom Schlips, finde ich total.

00:21:49: Schönes Konzert aus, wichtig für die Stadt.

00:21:52: Oder auch das Fußballstadion da oben.

00:21:54: Da treffen sich auch immer Massen.

00:21:56: Wenn ich mir die Wörtlichkeiten und die Gebäudestrukturen angucke, also da haben wir schon aufgrund besserer Flugtwege den Betrieb verboten bekommen, weil das... ist dann halt auch durch drei Singutachten gesichert und alles schön unterschrieben und doppelt und dreifach nur, wenn da eine Massenpanik ausbricht, dann werden dabei Menschen zu Schaden kommen.

00:22:16: und präventiv können wir nicht alles... Regeln, das funktioniert nicht.

00:22:21: Letztendlich kann man natürlich Dinge versuchen, so gut wie möglich, aber in einem angemessenen Rahmen zu lösen, wir alle wissen, wenn wir morgens aufstehen.

00:22:28: Wir haben so ein grundsätzliches Lebens- und Verkehrsrisiko.

00:22:31: Und wenn ich mich in große Ansammlungen begebe, dann weiß ich, dass ich nicht immer steuern und kontrollieren kann, ob ich da in jeder Zeit rein rauskomme.

00:22:38: Das finde ich so ein Risiko, das muss jeder selbst tragen.

00:22:41: Natürlich muss eine gesunde, vernünftige Basis da sein.

00:22:44: Aber sag mal, wenn ich jetzt so ein Problem mit Anwohnern lerne und so weiter als Torben, hat ja so ein Nachtbürgermeister.

00:22:49: eingeführt, der ja gerade eigentlich auch dazu dienen sollte, glaube ich, zwischen Gastronomie und Gästen und aber auch Anwohnern oder anderen, die sich belästigt fühlen zu vermitteln.

00:22:59: Habt ihr da Kontakt zu?

00:23:00: Auch hier die kürzere Antwort.

00:23:01: Nee, ich hab da überhaupt keinen Kontakt zu.

00:23:03: Ich hab das mal versucht, dass es nicht so gut gelaufen.

00:23:06: Da hat es aber nichts mit Nachtleben zu tun.

00:23:07: Da hatten mal andere Intergründe, weswegen ich mich gemeldet hab.

00:23:10: Ich nehme an, das war auch der Fehler.

00:23:12: Aber mein Geschäft ist hier eine Regel zwischen elf und halb zwölf eigentlich komplett beendet.

00:23:15: Und selbst dann sind wir in den allermeisten Fällen auch ausschließlich drin gebucht.

00:23:20: Und wie gesagt, in so einem Speiserestorn, was wir hier eben betreiben, entsteht jetzt auch nicht so viel Lernen.

00:23:25: Ich kenne den Christer schon länger, der hat auch das öfter im Leben plötzlich auch aufgelegt.

00:23:29: Grundsätzlich fand ich das erst mal ein richtig gutes Zeichen.

00:23:31: Aber es ist halt tatsächlich der Nachtbürgermeister und nicht der Gastronomiebeauftragte.

00:23:37: Von daher kümmert er sich schon vor allem, um das Nachtleben.

00:23:41: Und dann ist es aber auch schwierig genug.

00:23:42: Das hat auch ein dickes Brett, was er dazu bohren hat.

00:23:45: Weil wir haben gemeinsam mit ihm, glaube ich, auch dann zehn Jahre dafür gekämpft, dass die Vergnungsteuer zumindest mal so gefasst wird, dass Tanzveranstaltungen nicht mehr mit dem Rotlicht-Milieu und dem Spielgewerbe in einen Topf gefallen, gespissen werden.

00:23:59: Ja, am Ende des Tages ist das auch eine Art des Umgangs miteinander.

00:24:04: Wenn man sagt, du machst Tanzveranstaltungen, du gehörst quasi in die gleiche Branche wie Spielhöllensbetreiber und Rotlicht-Milieu.

00:24:12: Da wird man nicht gerne reingeschoben, wenn man das macht.

00:24:15: Das verdirbt einem dann auch den Spaß, unabhängig von den ganzen Kosten beim Unternehmer und dem bürokratischen Aufwand bei der Verwaltung, beim Eintreiben einer solchen Steuer.

00:24:25: Das ist definitiv das richtige Zeichen und der Chris ist engagiert und hat auch hier und da durchaus auch moderierend schon eingeblickt, auch selbst bei Alakard, wenn das jetzt keine Nachtveranstaltung ist, aber das ist auch gut und richtig.

00:24:40: Wir müssen dieses bisschen, was wir an Qualität und Nachtleben haben, auch ein bisschen schützend.

00:24:46: Schade ist, dass er schützen muss und nicht vorantreiben kann.

00:24:49: Da würde ich gerne mal kurz einhaken.

00:24:50: Wir haben ja eines gesagt, wir sprechen über das Nachtleben.

00:24:52: Da müssen wir jetzt auch trennen zwischen Bars, Knalten und tatsächlich der Club-Szene, die ja wahrscheinlich nochmal ganz eigene Probleme hat.

00:24:59: Denn da kommt noch ein anderes Thema von dir mit Rhein-Martin, nämlich das Thema Sicherheit.

00:25:03: Wenn wir jetzt mal so ein paar Clubs in der Hauptbahnhof nehmen, die es ja teilweise schon Jahrzehnte lang gibt, da höre ich auch ganz viel von jungen Leuten nachts am Hauptbahnhof und dann noch rüberlaufen.

00:25:16: Also ich kriege von vielen jugendlichen und jungen Menschen

00:25:21: gespiegelt,

00:25:22: dass das Gegenden sind, in denen sie nicht gerne gehen, die so eine gewisse Grundbarriere haben.

00:25:28: Und jetzt gehört natürlich auch zu jeder Stadt, dass du eigentlich die drei Grundvoraussetzungen, die du schaffen musst.

00:25:33: Das muss sauber, sicher und hell sein, um auch eine gewisse Attraktivität und Aufenthaltsqualität zu haben.

00:25:42: Die müssen natürlich umsetzen und die müssen auch in diesen Bereichen umgesetzt werden.

00:25:46: Das ist aber letztendlich nochmal ein ganz anderes Thema, was man hat.

00:25:50: Was ich oft höre, ist, dass so Konzepte fehlen.

00:25:52: Dass er in Dortmund super angenommen wird, ist ja die klassische Veranstaltung wie Allaka, Gomedo, die über alle Altersklassen.

00:25:59: mittlerweile werden die ja besucht.

00:26:02: Dortmund fand ich jetzt auch, war eigentlich von der Stadt, muss man echt sagen, also kann ja alle schlecht was machen.

00:26:10: Das ist ein toller Ansatz.

00:26:10: Jetzt kannst du dich fragen, weil auf der Bühne da die richtige Musik und hier nicht.

00:26:14: Und da kann man sich jetzt tot drüber diskutieren.

00:26:16: Das ist Geschmackssache.

00:26:18: Also es gibt ja viele Dinge und die sind ja auch gut besucht und sind auch belebt.

00:26:21: Und ich finde diese Fläche muss man denen geben.

00:26:23: Und da würde mich noch mal interessieren, was wäre so, wenn ihr jetzt wüsstet, wir haben keine großen Barrieren und wir könnten da oder dort auch eine entsprechende Räumlichkeit bekommen.

00:26:32: Was wäre so ein Ding, wo ihr sagt, das würden wir gerne machen, das ist das, was wir brauchen?

00:26:36: Also

00:26:36: erstmal verdienen wir natürlich auch.

00:26:39: Erstmal Haagpass an den Räumlichkeit, glaube ich, oder überhaupt die Möglichkeit.

00:26:44: Die Sachen, die ja interessant und spannend sind, sind ja immer irgendwelche Zwischennutzungen, Umnutzungen, die dann vielleicht auch funktionieren.

00:26:51: Stichwort Tiergelände, auch das Stranddeck aus Kaufhofstark.

00:26:56: Wenn man so einen Ort finden könnte, und ich habe auch mit dem Obertos Brand vom Tiergelände letztes noch zusammengesetzt und wir hätten auch eine Idee und wir sind uns einig darüber, dass das auch funktionieren könnte.

00:27:07: Aber daran hat was als Allererstes, dass man einen Ort bekommt, wo man Sachen auch ausprobieren kann, wo Möglichkeiten geschaffen werden, ja, am Ende des Tages auch Geld zu verdienen.

00:27:18: Und wenn Geld verdient wird, dann soll die Stadt da ja auch, die Kommune ja auch, dran teilhaben.

00:27:23: Das ist überhaupt nicht die Frage.

00:27:25: Nur in diesem Modus zu kommen, dafür brauchen wir erstmal einen Ort.

00:27:28: Und wenn sich da an so einem Ort verschiedene auch versuchen könnten, wäre das ganz viel wert.

00:27:33: Wir haben ja auch das Thema, dass so sehr viel diese Kleinkultur und kleine Kunst und kleine Musikgeschichten, das ist ja auch alles das, was man ja durchaus was fördern kann.

00:27:41: Und das kann ja durchaus ein Gedanke sein, dass man ein zentrales Gebäude in guter Lage hat, wo man sagt, hey, das nutzen wir dafür.

00:27:48: Das kann ja auch eine Kommune durchaus... machen, weil es in dem einen in Interesse ist und dann auch verpackten an den Gastronomen, da kann es ja ja gehen ja viele Dinge.

00:27:59: Und du hast ja auf dem besten erhältlich, im Übrigen auch so gut wie überhaupt keine Wohnflächen.

00:28:03: Weil aufgrund des Brandschuss der Fluchtung die Obergeschosse gar nicht genutzt werden, weil sonst die Untergeschosse, also die Erstgeschosse, die Tore und Flächen gar nicht vermietbar werden oder verkleinert werden müssten, ist ja auch über dem New Yorker, ne?

00:28:14: Das könnte man in eine geile Bar

00:28:15: machen da oben, oder?

00:28:16: Sind von Feinlich.

00:28:19: Da hab ich das nicht vor zwanzig Jahren schon mal gesessen da oben und dann so, boah, das ist aber, das wär's, ne?

00:28:25: An Ideen mangelt's auf jeden Fall nicht.

00:28:27: Und ihr habt doch eingangs eingesprochen, es wirkt alles so ein bisschen... Austauschbar.

00:28:31: Dein Schlips zum Beispiel, der so ein ganz besonderes Konzept hat.

00:28:35: Drei Getränke, zwei Tage.

00:28:38: Eine Location, da könnte man jetzt sagen, wie nur drei Getränke, was soll ich denn da?

00:28:41: Aber die Leute mögen es.

00:28:44: Ist das das, was die Leute wollen?

00:28:45: Also Charakter, das ist eine Location für was steht?

00:28:48: Ja,

00:28:48: Charakter und auch irgendwie Themen.

00:28:51: Das fällt in letzter Zeit auch ziemlich krass auf.

00:28:53: Also so mit einem normalen Alakardbetrieb wird es gefühlt auf jeden Fall schwieriger.

00:28:58: Sobald du irgendwie

00:28:58: eine Überschrift über

00:28:59: einen bestimmten Abend schreibst, ist die Nachfrage schon direkt viel, viel, viel höher.

00:29:03: Das meinte ich ja vorhin auch mit diesen spezialisierten Gastrobetrieben, dass sowas hier irgendwie so ein bisschen fehlt.

00:29:08: Weil genau das machst du ja am Ende da mit dem Schlips.

00:29:10: Und da haben die Leute ein Motto, das finden die geil, da haben

00:29:12: die ein Image.

00:29:13: Und sind dem nicht in der Kneipe, wo es halt, weiß ich, nicht dasselbe Bier wie in der Nachbarschaft gibt.

00:29:18: Also, es gibt so einen Unternehmenschleißer vor uns, der ist keep it short und simple.

00:29:22: Also ich muss so selber erst mal verstehen können und umsetzen können und dann hat der Gast auch nicht so was Riesenproblem.

00:29:27: Der schlips ist, dass er hier auch in Ansatz die Komplexität aus dem Alltag zu ziehen.

00:29:30: Also ich muss jeden Tag hunderttausend Entscheidungen treffen.

00:29:35: Von klein bis groß.

00:29:37: Aber und wenn ich an abends in der Kneife gehe und dann keine Entscheidungen ertreffen muss, weil es einfach keine Auswahl gibt, dann

00:29:42: finde ich das sehr entspannend.

00:29:46: Ja, aber sowas muss man halt auch dann, wie ihr schon betont habt, halt auch... ausprobieren.

00:29:50: Jetzt würde ich ganz abschließend einfach, weil es mich interessiert, nochmal auf das Thema Nachtleben kommen, auch wenn wir jetzt primär eher so im Bereich Bau unterwegs waren.

00:29:58: Wie ist das denn?

00:29:59: Nehmt ihr da eine Veränderung wahr im Vergleich?

00:30:02: Habt ihr jetzt Dortmund über die Jahrzehnte erlebt?

00:30:05: Also es gibt ja immer mal wieder einen Aufschrei, dass die Klubszene stirbt, weil eben die Gen Sie gar kein Interesse mehr daran hat, nachts in den Club zu gehen und sich lieber auf... größere Events verlagert, so ein Juicy-Beats oder halt eine Kneipe, nehmt ihr das auch so wahr?

00:30:22: oder wird das Eiser gekocht, also gegessen wird?

00:30:25: Tatsächlich wird das Eiser gekocht, also gegessen wird.

00:30:27: Ich kann mich dann ändern, wir hatten im Balken, im Balken, im Balken, im Balken.

00:30:29: im Balken.

00:30:29: im Balken.

00:30:30: im Balken.

00:30:30: im Balken.

00:30:30: im Balken.

00:30:30: im Balken.

00:30:31: im Balken.

00:30:31: im Balken.

00:30:31: im Balken.

00:30:32: im Balken.

00:30:32: im Balken.

00:30:32: im Balken.

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00:30:33: im Balken.

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00:30:34: im Balken.

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00:30:35: im Balken.

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00:30:36: im Balken.

00:30:36: im Balken.

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00:30:36: im Balken.

00:30:37: im Balken.

00:30:37: im Balken.

00:30:37: im Balken.

00:30:38: im Balken.

00:30:38: im Balken.

00:30:38: im Balken.

00:30:39: im Balken.

00:30:39: im Balken.

00:30:39: im Balken.

00:30:39: im Balken im Balken im Balken.

00:30:40: im Balken im Balken.

00:30:40: im Balken.

00:30:41: im Balken im Balken im Balken im Balken.

00:30:42: Disco-Kugel, die zur Halbzeit dötcht auf der Straße lag und ausblutete, überschrieben mit dem Klubsterben in Dortmund.

00:30:48: Das ist jetzt siebzehn Jahre her.

00:30:50: Nachtlebend ist immer ein Wandel.

00:30:52: Also so eine halbwertszeit vom Klub, die liegt so noch in der Regel bei drei, fünf Jahren.

00:30:57: Also das zehn Jahre, der die Platz haben, das war schon außergewöhnlich.

00:31:01: Dann gibt es so Dauerbrenner, Neutrums und so weiter, aber alles, was wirklich irgendwie Szene ist, das hat gar nicht so eine lange Halbwertszeit, sondern erfinde sich immer wieder neu.

00:31:09: Dann würde ich jetzt behaupten, dass es tatsächlich auch coronabedingt so ein bisschen so ist, dass die Klubgeneration, die jetzt in den Klub gehen würde, das irgendwie nur zwei Jahre wurde in der Stecker gezogen und dann kannten die das nicht.

00:31:22: Aber ich merke auch am Freischütz, wenn wir jetzt... Samstag haben wir Paradise Garden mit Anteperi und Mon Budica.

00:31:29: Das sind Veranstaltungen, die sehr schnell Auswahl kauft, die sind sehr beliebt und zwar auch Generationen übergreifend.

00:31:33: Das heißt, es gibt nicht mehr dieses nur achtzehnjährige, nur zwanzigjährige, nur zwanzigjährige, sondern es vermischt sich mehr.

00:31:41: Aber

00:31:41: das ist ja, wir hatten ja auch vorher kurz gesprochen, das ist ja auch so ein Generationenthema.

00:31:44: Wenn du das machst mit so einer Truppe, wenn ich mir jetzt hier Patrick Schröder zum Beispiel angucke, der ist nahe drum gemacht, hat das gerade abgegeben hat.

00:31:51: Viele Jahre, aber das ist ja ein super erfolgreicher Club.

00:31:55: Aber du brauchst halt dann da auch in der Spitze immer Leute, die aus den Generationen kommen, die diese Räume nutzen, dass du da aufzack bist.

00:32:03: Das ist die richtigen, die dir das große machst und tust.

00:32:05: Ja, Martin, was nehmen wir mit?

00:32:07: Es mangelt nicht an Ideen, es mangelt eigentlich auch nicht an Bereitschaft, was zu tun für das Dorfener Nachtleben, es harpert wie so oft

00:32:14: an

00:32:14: kleineren und größeren Hürden.

00:32:16: Die aber... Wir haben ja hier auch nicht, dass die Stadt das ablehnen will oder sowas.

00:32:24: Aber wir müssen die Voraussetzung machen, dass die in vielen Bereichen stärker fördern und unterstützen.

00:32:28: So würde ich das vielleicht sagen.

00:32:29: Und dann muss man auch gesellschaftlich eine Akzeptanz dafür schaffen.

00:32:35: Und ganz wichtig, die Mutter von allem ist, ich brauche Raum dafür.

00:32:39: Dann sind wir gespannt, wie sich das Ganze in unserer Stadt weiterentwickelt.

00:32:42: Bedankt uns ganz herzlich bei Philipp und Adrian für die Einblicke.

00:32:47: Vielen Dank

00:32:48: für die Gastgeberschaft.

00:32:50: Wir schauen jetzt mal, ob der Adrian uns noch ein Cocktail anrührt.

00:32:53: Wenn nicht, dann

00:32:53: ... Das ist auch schon nachts ein Date-Rating-System.

00:32:56: Ja, ich meine,

00:32:57: wir reden über Nachtleben beim Besserchen und bei Sonnenschein.

00:33:02: Euch danke fürs Zuhören.

00:33:03: Ihr seid weiterhin gerne dazu eingeladen, über Martin's Website oder Instagram-Kanal Fragen und Themen einzureichen und auch Anregungen zu geben für zukünftige Folgen.

00:33:13: Bis zum nächsten Mal.

00:33:14: Bis nächste Woche.

00:33:33: Ciao.

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